Eine Tauchreise auf die Andamanen

Einleitung             

Ende Januar 2010 brach unsere kleine Gruppe (Erich & Christel Schumann, Helmut Vogel, Jörg & Marion Hoppe) zur zweiwöchigen „Tauchexpedition“ auf die Andamanen auf. Wo ist denn das? Diese Gruppe aus ca. 200 Inseln ist in in der Bucht von Bengalen gelegen, mehr vor Burma als dem indischen Mutterland. Die Andamanen sind nicht sehr bekannt und tauchen meines Wissens bis jetzt in keinem herkömmlichen Urlaubsprospekt auf.

alt
Ihre Bevölkerung beträgt etwa 250.000 Einwohner, davon nur noch 500 Ureinwohner. Die größte Stadt und der Hauptort auf den Andamanen ist Port Blair mit 50.000 Einwohnern.
Die Ureinwohner sind alle sprachlich, kulturell und auch genetisch miteinander verwandt. Sie sind Wildbeuter und Jäger, gehören zu den sogenannten Negritos und stellen den Rest der ältesten Bevölkerungsschicht Südasiens dar. Die meisten Ureinwohner fielen der Kolonisation und Nutzung der Inseln als Gefangenenlager zum Opfer. Die Sprachen der Ureinwohner bilden eine kleine Sprachfamilie - andamanischen Sprachen -, die zu der ältesten Sprachschicht Südasiens zählt und nach heutiger Einschätzung mit keiner anderen Sprachgruppe verwandt ist.

 

 


altalt
Heute leben etwa 250.000 vor allem indische Einwanderer auf den Andamanen. Durch die Tsunamis in Folge des Seebebens vom Dezember 2004 vor Sumatra sollen nach amtlichen Schätzungen vom 29. Dezember 2004 rund 5.000 Bewohner der Andamanen ums Leben gekommen sein.
 
Beste Reisezeit ist von Weihnachten bis Ende März. Zu dieser Zeit regnet es kaum und die Sichtweiten unter Wasser sind gut. Die Temperaturen betragen ca. 30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit. Als Bekleidung reichen ein paar T-Shirts, Shorts und Flip-Flops.     
     

         

                   
altAnreise                 
Die Anreise war für uns dementsprechend langwierig: Mit der Lufthansa von Hamburg über Frankfurt nach Chennai, dem ehemaligen Madras, an der Ostküste von Indien. Von dort ging es weiter mit der nationalen Gesellschaft Kingfisher nach Port Blair, der „Hauptstadt“ der Andamanen. Kingfisher ist eine recht neue Fluggesellschaft. Sie betreibt eine reine AIRBUS-Flotte: A320, A330/A340 und demnächst auch A380. Wichtig zu wissen: Muttergesellschaft ist die Kingfisher-Brauerei. Dieses Getränk sollte in unserem Urlaub dann auch einen großen Teil unseres Flüssigkeitsbedarfs decken. Von Port Blair ging es dann mit dem Schiff weiter zur Insel Havelock, auf der sich unsere Tauchbasis und das gebuchte Resort befinden. Havelock ist eine der wenigen Inseln, die für den Tourismus freigegeben sind. Insgesamt benötigt man 2 volle Tage für die Anreise und für die Rückreise sogar 3 Tage. Ursache sind die Aufenthalte, die sich beim Umsteigen (internationaler Flug - nationaler Flug – Bootsfahrt) nicht vermeiden lassen.
Die Insel Havelock ist ca. 5km breit und 20km lang. Man kommt an der Nordspitze am Jetty an. Von der Nordspitze führt eine einfache, aber geteerte Straße ca. 10km nach Süden. Auf halbem Wege gibt es einen Abzweiger zur Westküste. Das ist die komplette Infrastruktur! Fortbewegung findet entweder zu Fuß statt oder mit „Tuk-Tuks“, die überall herumfahren und preiswert sind. Die Hotels und Tauchbasen haben indische Jeeps zum Transport von Mensch und Material.               
                   
Unterkunft                 
altDas gewählte Resort „Wild Orchid“ war mir von einem ehemaligen Arbeitskollegen und Sporttaucher empfohlen worden. Er ist in Indien beruflich tätig und hatte es schon mehrmals besucht. Es besteht aus einem Haupthaus (Rezeption, Restaurant und kleine Bar) sowie den Bungalows (nach Wahl mit / ohne Klimaanlage) für die Gäste. Der Strand ist auf einem kleinen, ca. 50m langen Weg erreichbar. Die Klimaanlage ist eigentlich nicht nötig, hat sich aber auf Grund der sehr hohen Luftfeuchtigkeit als praktisch erwiesen, um die immer klammen Handtücher und Klamotten zu trocknen.
Tauchen
Die Tauchbasis „Andaman Bubbles“ befindet sich gleich nebenan. Beide haben uns sehr gut gefallen und können weiter empfohlen werden. Es gibt darüber hinaus ein, zwei andere Resorts / Tauchbasen, die einen ebenso guten Eindruck auf uns machten.
Andamanen-Interessenten sollten sich bei uns auf alle Fälle melden, wir geben unsere Erfahrungen gerne im Detail persönlich wieder.     
                   
Tauchen                 
Die Tauchbasis „Andaman Bubbles“ befindet sich gleich nebenan. Beide haben uns sehr gut gefallen und können weiter empfohlen werden. Es gibt darüber hinaus ein, zwei andere Resorts / Tauchbasen, die einen ebenso guten Eindruck auf uns machten. Andamanen-Interessenten sollten sich bei uns auf alle Fälle melden, wir geben unsere Erfahrungen gerne im Detail persönlich wieder.
Die Tauchbasis ist sehr gut ausgestattet, sie wurde auch erst Anfang 2009 gegründet und wird von einem Briten geleitet. Nitrox gab es Anfang 2010 noch nicht, aber das Equipment befand sich bereits auf der Basis und damit wird Nitrox auch kurzfristig zur Verfügung stehen. Getaucht wird ausschließlich vom Boot, zurzeit klassische andamanische Fischerboote mit stinkendem Dieselmotor. Da die Tauchspots recht weit entfernt sind, sind alle Ausfahrten „2-Tank-Dives“. Man trifft sich um 7:30 in der Tauchbasis und ist gegen 15 oder 16 Uhr wieder zurück. Alle Tauchausflüge werden kostenfrei von Tauchguides begleitet. Wir hatten einen „persönlichen“ einheimischen Guide namens Guddu, der seine Sache sehr gut gemacht hat und immer für uns da war.
Das Wasser ist bis in größere Tiefen ca. 28 Grad warm. Es reichen also 3mm oder weniger zum Tauchen.
Die Tauchspots sind äußerst fischreich. Man findet alle bekannten Fische, die Korallenriffe bevölkern in wirklich „großen Mengen“. Dazu kommen stattliche Zackenbarsche, Barrakudas, Napoleons, Muränen etc.. Haie und Rochen fehlen komplett. In Indien ist das „Finning“ gestattet - sofern auch der „Resthai“ (zu Tierfutter) verwertet wird. Das hat dazu geführt, dass Haie und Rochen quasi ganz verschwunden sind. Nur eine Schildkröte haben wir gesehen. Dafür war es allerdings das größte Exemplar, das ich je gesehen habe (fast so groß wie Erich!).
Eine besondere Attraktion haben sich Christel und Erich geschenkt: Das Schnorcheln / Tauchen mit dem Elefanten RAJAH im offenen Meer. Der Elefant ist der letzte und einzige Elefant der Welt, der im Meer badet und schwimmt. Das Spektakel findet frühmorgens bei Sonnenaufgang statt und wenn man wie Christel und Erich großes Glück hat, bzw. RAJAH gut aufgelegt ist, dauert es bis zu 45min. Man darf den Elefanten dabei wahlweise mit ABC-Ausrüstung oder mit komplettem Tauchgerät begleiten.     
                   
alt               alt
                   
Kosten                 
Zu den Kosten eines Andamanen-Urlaubes:
Die Anreise von Hamburg nach Chennai beträgt etwa 900 €, der nationale Flug ca. 400 €, die Bootsfahrt ca. 10€. Das Resort kostet pro Bungalow inkl. Frühstück (egal, ob mit einer oder zwei Personen besetzt) ca. 65 €, 12 Tauchgänge inkl. Bootsfahrt und Mittagessen ca. 300 €. Die warmen Mahlzeiten sind vegetarisch, Huhn oder Fisch. Fleisch gibt es überhaupt nicht. Der Preis für ein Abendessen mit Bier beträgt ca. 6 €.     
                   
alt               alt              
                   
Fazit                 
Die Andamanen sind üppig bewachsene Inseln (tropischer Regenwald) und weitgehend unberührt. Es sind keine „künstlichen“ Ferienidylle. Der Tourismus steht ganz am Anfang. Zurzeit findet gerade ein sanfter Umbruch vom „Back-Packer“-Tourismus zum „Resort“-Tourismus statt.
Die Andamanen sehen damit ganz anders aus als die Malediven. Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass die Andamanen wie ganz Indien voller Müll sind. Müll liegt auf den Straßen, auf öffentlichen Plätzen, aber auch auf den Privatgrundstücken der Einheimischen herum. Erich bemerkte leicht übertreibend, aber trotzdem dicht an der Wahrheit: „Indien ist eine flächendeckende Müllhalde.“ Positiv anzumerken ist, dass man sich immer sicher fühlt. Auch abends kann man problemlos auf der Straße zu Fuß (z. B. zu anderen Restaurants) gehen.
Die Tauchgründe sind schön, aber nicht spektakulär. Die Preise sind sehr moderat und bei weitem nicht so überteuert wie auf den Malediven. Ein abschließendes Urteil muss jeder für sich selbst finden: Wer das „Abenteuer“ liebt und bereit ist, die lange Anreise in Kauf zu nehmen, wird an den Andamanen Freude finden. Wer es lieber bequem haben will und für „kleines“ Geld Tauchen möchte, wird in Ägypten besser aufgehoben sein. Und wer den Luxus sucht, sollte lieber ein Tauchziel wie die Malediven wählen. Direkte „Konkurrenten“ zu den Andamanen sind eher die Inseln von Indonesien und den Philippinen.


Jörg Hoppe, LSV Hamburg, Sparte Tauchen   Februar 2010

Termine

Mitglied beim:

 

alt

 

alt

 

alt

HTSB

 

alt

Besucher

Heute10
Gestern18
Woche125
Monat361
Insgesamt6767