Lufthansa Sportverein Hamburg e.V.

Sparte Tauchen

Kreuzfahrt Panamakanal "Zumba mit den Zombies"

Nachdem wir in 2011 unsere ersten Kreuzfahrterfahrungen in Verbindung mit Tauchangeboten auf der AIDA Aura in Südost-Asien machten, war nun vom 1.-16.4.13 die „Infinity“ dran mit Celebrity.


Was treibt einen an, so was zu tun? Nun als Hamburger mit Seewasser im Blut gibt es weltweit drei wichtige Kanäle, die man erlebt haben sollte: den Nordostsee-Kanal (Kiel Canal) – haben wir mit der Cap San Diego gemacht, den Panamakanal und den Suezkanal. Das Angebot mit Celebrity auf der 91.000 to und rund 300 m langen (>2000 Passagiere) „Infinity“ durch den Panamakanal sah recht gut aus, zumal mit interessanter Reiseroute: Fort Lauderdal, Catagena (Kolumbien), Colon (Panama), – der Kanal -, Puntarenas (Costa Rica), Puerto Guetztal (Guatemala), Puerto Vallarta und Cabo San Lucas (Mexico), San Diego.
Die Kanalfahrt dauerte 4 Std. plus 4 Std. Schleusen (2 x 3 Schleusen).


Erster Eindruck: Für uns mit unseren sportlichen 58 Jahren ein Jungbrunnen! 78% der Gäste über 100 Jahre, 84% über 200 kg schwer, Rollstuhlfahrer zahlreich und nur eine Handvoll Kinder.
Kurzum bis auf wenige jüngere Jahrgänge (uns einbezogen ) eine echte Zombie-gesellschaft! Dabei setzt man voraus, dass diese Wesen eher lichtscheu sind und es besteht die Gefahr, dass diese beim Klatschen im Theater ihre Gliedmaßen verlieren, die einem dann um die Ohren fliegen.


Zweiter Eindruck: Nun ja, das ein zwölfstöckiges Schiff von 45 m Höhe so rollstuhlgerecht sein kann, war eine neue Erfahrung. Die „Zombies“ neigten aber eher zu ausschweifenden Essensgelagen sowie Sonnenanbetung und der Verlust an Gliedmaßen hielt sich in Grenzen. Nebeneffekt: Ab spätestens 18 Uhr (Essenszeit!) hatte man Pools, Sonnendeck und Fitnessraum praktisch für sich allein und das Schiff wirkte wie ausgestorben. Alternativ war dann auch das unvermeidliche Casino gut besucht. Es ist eben eine amerikanische und für uns ungewohnte Welt auf dem Schiff. Wir verhielten uns somit zunehmend „antizyklisch“ beim Essen & Sport.


Sport: Das Tagesprogramm sah diverse einfache Sportangebote + großzügigen Fitnessraum vor. Gut besucht – die diversen Tanzveranstaltungen (ja zumindest die sportlichen Zombies waren regelmäßig dabei!). Dank meiner einsamen Zumba-Kurserfahrungen beim LSV stellte ich mich mutig den Herausforderungen (bis zu 2 x täglich an den Seetagen) – leider traute sich meine Frau nicht, aber ich konnte Sie entsprechend beeindrucken! Dazu noch Latin Dance und Flash Mopp Dance Kurse! Machte richtig gute Laune. Auch der Pool (ca. 7 m Länge mit Meerwasser) gab ab 17 Uhr mit 1,88 m Tiefe und je nach Seegang sogar stramme Wellen her zum Schwimmen. Jogging auf dem Oberdeck (super ab 20 Uhr) oder Laufbänder verhinderten den täglichen Gewichtszuwachs um 1 Pfund (bei uns).


Skuril: am 12.4.13 wurde sogar ein Vortrag über Botoxbehandlung (Spa-Werbung!) angeboten. Wozu das denn? Da wäre doch eine Therapie für Fettabsaugen viel sinnvoller bei diesem Publikum. Auch die regelmäßigen Shoppingevents in der“Mall“ sind beliebt bei den Amerikanern bis hin zur VIP Shopping Card mit exclusive service for Celebrity guest in Mexico. Welch Symbiosen!


Service: Nicht berauschend (außer Restaurant und Kammerdiener) und bezgl. Ausflugsinformationen sehr mangelhaft. Da musste man sich weitgehend selbst helfen und vorher ausführlich das Internet quälen. Allerdings gab es für deutschsprachige Gäste Presse & Bordnews in Deutscher Sprache. Getränke (Bar) einschl. Wasserflaschen waren kostenpflichtig. Dafür gab es Pizza 24 Std. Das Deboarding in den Häfen ging erstaunlich schnell.


Unterhaltung: Vielseitig einschl. Bingo, Pool Games, Vorträge (z.B. zum Panama Kanal oder tropisches und Meeresleben) etc. Aber richtig klasse waren die Shows im Theater. Toll!


Bordtechnik & Umwelt: Auch hierzu gab es Vorträge. Der Standard erscheint hoch, da sehr viel recyclt und auch verbrannt wird (mit Filtern). Letztere waren die letzten zwei Tage kaputt oder überfordert, wie wir an zahlreichen Russspuren auf dem hinteren Bardeck feststellen mussten. Die Inifity hat als Hauptantrieb zwei Jumbo-Triebwerke von GE. Sehr leise und vibrationsarm, aber auch gute Schlucker. Somit wurde die Geschwindigkeit auf 16-19 Knoten begrenzt, was den Dieseldurst von 220 auf 160 to pro Tag reduziert = immerhin gute 60.000 $ Ersparnis täglich. Leider gab es einen immensen Verbrauch an Servietten und Handtüchern. Allein im Poolbereich wurden wohl täglich mindestens 6000 Handtücher gereinigt (+Kabine!).


Ausflüge: Wir hatten uns per Internet mit anderen Deutschen zu pr. organisierten Touren verabredet. Diese Touren waren dann zwar nicht unbedingt billiger, aber mit Deutscher Betreuung, ausführlicher und mit max. 6 Personen schon sehr persönlich. Eigentlich waren die an Bord buchbaren Touren auch nicht schlecht, aber eben schlecht vermarktet mit mangelhafter Info. Besonders beeindruckend war natürlich Costa Rica mit unendlich vielen (großen) Krokodilen und vielfältigster Lebewesen des Tropenwaldes (aber auch locker 40° C mittags im Schatten).


Tauchen: Tauchausflüge wurden in Mexico angeboten (Puerto Vallarta auf der inneren Seite der Baja California und Cabo San Lucas –außen). Der Pacific ist hier eher subtropisch und nur kernige Korallen kommen mit den Wassertemperaturen im Winter klar. Aber: zahlreiche  Fische. Sichtweiten (Schnorcheln in Vallarta) 5-8 m. Die Walsaison war eigentlich schon zu Ende (Buckelwale weg), aber wir sahen noch einige „Humpies“ (Grauwale), teilweise in Schiffsnähe! Die zwei Tauchgänge in Cabo San Lucas beeindruckten mich dann doch: Wasser ca. 22°, Sicht max. 10 m aber maritime Vielfalt + Fischschwärme samt Seelöwen und Robben! Sehr zahlreich hier - Igelfische!
Selbst Seepferdchen und kl. versteckte Riffhaie waren im Angebot, nebst tauchendem Kormoran (ging auf 20 m locker runter!).
Tauchen in Fort Lauderdale war direkt vom Strand möglich mit Leihausrüstung+Boje für 60 $/Tag, sogar allein (warmes ziemlich klares Wasser des Atlantik/Golfstrom).
In San Diego sogar noch unkomplizierter: 35 $ und ohne Boje, dafür aber auch nur 15 °C und ziemlich trübe (Pazifik) . Dennoch: Selbst in der Brandungszone sah ich im knietiefen Wasser einen kl. Leopardenhai! Auch das Birch Aquarirum ist Jaholla/San Diego ist sehenswert, da es die örtliche Pazifikzone zeigt vom Norden der USA bis zur tropischen Grenze in Mexico. Toll auch die Sonderausstellung mit Seepferdchen (Zucht) und „Sea-Dragons“+ Fetzenfische, alles sehr lehrreich eingebunden mit Meeres & Klimaschutz.


Fazit: 1300 Bilder (nach Bereinigung) haben wir in diesen drei Wochen gemacht, was für die zahlreichen Erlebnisse und Schönheit der Natur spricht. Ob einem eine Kreuzfahrt gefällt oder nicht, muss jeder selbst entscheiden.
Vorteil: Das Hotel ist immer dabei und man bekommt in kurzer Zeit einen Eindruck von vielen verschiedenen Orten.
Nachteil: Dieser Eindruck ist kurz und oberflächlich. Das ganze drum herum natürlich auch auf einem amerikanischen Schiff sehr kommerziell. Das darf nicht verwundern, schließlich sind die Reedereien keine Samariter. Uns hat es unter dem Strich gefallen und man/frau muss ja nicht jeden Amerikanismus mitmachen.
Und die Zombies? Zumindest in San Diego war davon nichts mehr zu sehen! Dafür viele sportliche Menschen am Strand in allen Altersgruppen und da wird auch mal locker bei 15 ° C Wassertemperatur 1-2 Meilen geschwommen (max. mit leichtem Schwimmanzug), selbst ein + 70 Jähriger war dabei! Ne – das war mir zu kalt!!

Weitere Auskünfte & Preise geben wir gerne auf Anfrage.

Anneli & Dieter Zimmermann

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4 / 2018

 
   
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